Übergänge zwischen Fassadenverblechungen und Putzfassaden
Die Übergänge zwischen Fassadenverblechungen und Außenputzfassaden stellen einen wesentlichen Punkt von Bauwerken dar. Diese bedürfen einer hohen Aufmerksamkeit und einer gewerkeübergreifenden Zusammenarbeit. Die Ausführung soll so erfolgen, dass weder Wind noch Wetter Schäden an der Fassade verursachen können.
Bei Eintritt von Feuchtigkeit drohen zwangsläufig Bauschäden und daraus resultierend hohe Sanierungskosten. Dieser Beitrag soll die Bedeutung dieser Schnittstelle verdeutlichen und wesentliche Punkte bei der Ausführung von Fassadenverblechungen aufzeigen.
Der Spengler als Bindeglied zwischen den Gewerken
Der Spengler agiert als wichtiges Bindeglied zwischen den beteiligten Gewerken. Neben den fachbezogenen Richtlinien sind auch die Anforderungen angrenzender Gewerke zu berücksichtigen.
Im Rahmen der Prüf- und Warnpflicht ist zu beurteilen, ob der vorhandene Untergrund für die geplante Ausführung geeignet ist oder ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden.
Der Untergrund soll grundsätzlich:
- ein Mindestgefälle von 3° aufweisen,
- formbeständig sein,
- frei von schädlichen Verunreinigungen sein,
- eine dauerhaft sichere Befestigung ermöglichen.
Befestigung und Materialverträglichkeit
Die Befestigung von Fassadenverblechungen kann beispielsweise mittels Saumstreifen, Drahtsplinten oder geeigneten Verklebungen erfolgen.
Die Verblechungen sollen möglichst vollflächig auf dem Untergrund aufliegen. Gleichzeitig ist die Materialverträglichkeit der angrenzenden Baustoffe zu berücksichtigen.
Je nach Werkstoff kann ein Korrosionsschutz der Blechunterseite erforderlich sein. In solchen Fällen sind geeignete Trennlagen vorzusehen. Diese können beispielsweise aus Abdichtungsbahnen bestehen.
Nicht geeignet sind diffusionsoffene Bahnen oder Bahnen mit Rohpappeneinlage.
Thermische Längenänderungen
Metallische Bauteile unterliegen temperaturbedingten Längenänderungen. Dieser Umstand wird in der Praxis häufig unterschätzt.
Gesimsabdeckungen sind abhängig von ihrem Zuschnitt nur in bestimmten Einzellängen zulässig. Werden diese Längen überschritten oder mehrere Bleche starr miteinander verbunden, können Spannungen entstehen.
Die Folge sind:
- Verformungen der Verblechung
- Schäden an Anschlüssen
- Undichtheiten
- Schäden an angrenzenden Fassadenflächen
Verbindungen sind daher so auszuführen, dass eine ungehinderte Bewegung der Bleche möglich bleibt und gleichzeitig die Regensicherheit erhalten wird.
Geeignete Ausführungen sind beispielsweise:
- Überschubleisten
- Unterlegte Stoßbleche
- Einhangfälze
- Stehfälze
Anschlüsse an Putzfassaden
Besondere Aufmerksamkeit erfordern die Übergänge zwischen Fassadenverblechungen und Putzfassaden.
Putz kann nur geringe Bewegungen aufnehmen. Werden Bleche unmittelbar eingeputzt oder Aufkantungen zu hoch ausgeführt, entstehen Spannungen im Putzsystem.
Die Folge können sein:
- Rissbildungen
- Abplatzungen
- Feuchtigkeitseintritte
- Optische Beeinträchtigungen
Aus diesem Grund sollten Aufkantungen bei eingeputzten Blechen möglichst niedrig gehalten werden. Zusätzlich sollte die Verblechung ausreichend hinter den fertigen Putz geführt werden.
Kompribänder und Bewegungsaufnahme
Bei seitlichen Eingriffen in Putzfassaden haben sich Kompribänder als praktikable Lösung bewährt.
Sie ermöglichen Bewegungen zwischen den Bauteilen und reduzieren Spannungen innerhalb des Fassadensystems.
Gerade bei sommerlichen Temperaturen und großen Bauteillängen ist die thermische Ausdehnung besonders zu berücksichtigen.
Wasserabweiser und Endabschlüsse
Endabschlüsse müssen so ausgebildet werden, dass Niederschlagswasser kontrolliert abgeführt wird.
Wasserabweiser sollten ausreichend vor die fertige Fassadenoberfläche geführt werden. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass eventuell hinterlaufendes Wasser schadlos austreten kann.
Dadurch werden:
- Feuchtigkeitsschäden
- Wasserablaufspuren
- Verschmutzungen der Fassade
weitgehend vermieden.
Fazit
Übergänge zwischen Fassadenverblechungen und Putzfassaden zählen zu den besonders schadensanfälligen Bereichen der Gebäudehülle.
Eine dauerhaft funktionsfähige Ausführung erfordert:
- fachgerechte Detailausbildungen,
- die Berücksichtigung thermischer Längenänderungen,
- geeignete Befestigungs- und Anschlusslösungen,
- die Abstimmung aller beteiligten Gewerke.
Werden diese Punkte bereits in der Planung und Ausführung berücksichtigt, lassen sich viele spätere Schäden vermeiden.
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